Parque Nacional Tayrona

Anfahrt mit Hindernissen
Als wir nach Santa Marta kamen, sahen wir viele Hochhäuser und hochmoderne Wolkenkratzer. Offensichtlich wollen viele einen Zweiwohnsitz an der Karibik - fürs "normale" Volk sind diese Bauten sicher nicht. Wir fuhren durch die Stadt und weiter Richtung Taganga. Die Ortschaft nördlich von Santa Marta liegt am westlichen Eingang zum Tayrona Nationalpark und hat mehrere Tauchbasen.
Auf der Karte machten wir eine direkte Verbindung in Küstennähe aus. Durch die "Vorstadtslums" ging eine enge, steile Straße bergauf. Die Einheimischen schauten uns komisch an und als einer herum deutete, blieben wir stehen. Er vermittelte uns, dass es hier nicht weitergeht.
Naja – das glaubten wir gerne mal, zumal es nach obenhin immer enger wurde – also zurück.
Das war aber gar nicht so einfach. Claudia quetschte sich aus dem Auto und wies Gottfried ein. Mit Hand- und Fußbremse und Millimeterarbeit beim Lenken "arbeiteten" wird uns langsam die steile Gasse retour.
Taganga – ein charmanter Badeort
Zurück auf der größeren Straße folgten wir der vom Navi vorgeschlagenen Route und fuhren ohne weitere Verzögerungen nach Taganga. Wir fanden einen Parkplatz im Zentrum und gut bewacht von einem Parksheriff stellten wir Baghira ab.
Im Tayrona Dive Center erkundigten wir uns nach der Möglichkeit zu tauchen. Wir wurden sehr kompetent informiert und es wurde uns auch angeboten, auf dem Parkplatz vom dem Tauchzentrum zu campen! Das klang ja sehr gut.
Erstmal wollten wir jedoch an das östliche Ende des Nationalparks fahren und uns an einem der Campingplätze von den vielen Fahrtagen erholen. Wir vereinbarten also, dass wir in ein paar Tagen wiederkommen werden.
Wir spazierten noch zum Strand und aßen in einem netten Lokal zu Mittag. Was für ein Gegensatz zu den Hochhäusern in Santa Marta! Ein kleiner beschaulicher Ort in einer schönen Bucht in der Karibik - nur ein paar Kilometer entfernt.
Camping Casa Grande
Von Taganga fuhren wir auf die Hauptstraße zurück und weiter in Richtung des Nationalparks Tayrona. Am Campingplatz Casa Grande direkt an der Karibik schlugen wir für zwei Tage unser Quartier auf.
Aufgrund der starken Brandung und Strömungen war das Meer nur bedingt zum Schwimmen geeignet. Abkühlen mit viel "Gegendruck" ging aber doch - und ein paar hundert Meter den Strand entlang, fließt ein Fluss ins Meer und in der entstandenen Lagune konnten wir im Süßwasser bei 28 Grad herrlich baden.
Strandspaziergänge, chillen ... einfach nichts tun und das Leben genießen!
Tayrona Dive Center
Die Tauchplätze nahe des Tayrona Nationalparks schienen im Internet unter den schönsten Plätzen in Kolumbien auf - neben Baru & Islas del Rosario sowie San Andrés & Providencia.
Das Tayrona Dive Center fanden wir über iOverlander, da man hier auch die Möglichkeit hat, am Parkplatz vor dem Haus im Camper zu übernachten. Auf dem Informationsfolder des Tauchzentrums sahen wir dann, dass es auch Zimmer gibt. Da es hier an der Karibikküste ziemlich heiß ist und zudem meist extrem windig, beschlossen wir in einem der Zimmer zu übernachten.
Eine sehr gute Wahl - ein großzügiges Zimmer mit Balkon und Blick aufs Meer - was wollen wir mehr!
Der Strand der Einheimischen
Da wir gegen Mittag ankamen, zogen wir uns erstmal in unser kühles Zimmer zurück. Nachmittags wagten wir uns an den Strand. Die Sonne war nicht mehr so extrem drückend und wir genossen die ruhige Badebucht mit Unmengen anderer Urlauber - die meisten waren Kolumbianer oder Südamerikaner - hellhäutige Menschen sah man wenige.
Zum Sunset kehrten wir wieder bei Pachamama ein, dem Lokal in dem wir ein paar Tage zuvor unseren Nachmittagssnack konsumiert hatten, und genossen Cocktails zur Happy Hour. Auch die Cocktails enttäuschten nicht - ein sehr gutes Lokal hier am Strand!
Vom Dive Center gab es eine Abkürzung an den Strand über eines der Restaurants. Da es uns von der Tauchschule empfohlen wurde, kehren wir hier zum Abendessen ein. Spannenderweise war fast alles teurer als bei Pachamama .. jedoch deshalb nicht besser. Es war OK - aber wiederkommen würden wir nicht.
Satt und müde gingen wir früh ins Bett - am nächsten Tag hieß es früh aufstehen fürs Tauchen!
Diving Tayrona
Pünktlich um 7:30 gingen wir ins Dive Center und wurden von July, unserer Tauch-Guia, empfangen. Sie konnte sehr gut Englisch und besprach mit uns den Ablauf. Nach den Formalitäten und dem Zusammenpacken unseres Tauchequipments fuhren wir in einem alten Landrover an den Strand.
Dort stand bereits ein Tauchboot mit anderen Tauchgästen. Das Tayrona Dive Center hat auch ein eigenes Boot - wenn es allerdings zu wenige Gäste sind, fahren diese mit anderen Booten mit.
Da wir die letzten waren, die an Bord gingen, fuhr es gleich ab und wir hatten nur wenig Zeit für das Vorbereiten unserer Ausrüstung. Die Tauchanzüge und die restlichen Utensilien mussten wir wohl oder übel erst beim Tauchplatz anziehen und heraussuchen. Da es am Boot ziemlich eng war, war das dann schon eine Challenge und wir versuchten, uns vom Stress der Gruppe nicht anstecken zu lassen.
Gottfried war schon im Wasser, als ich Claudia die Maske aufsetzen wollte .. oh no .. der Verschluss war kaputt. Der Kapitän war so nett und half, die Schlaufe so zu montieren, dass sie hielt - und ab ging's ins Wasser.
Nach ca. 2 Jahren endlich wieder tauchen!!!
Das Zeichen von July: alles OK? Von uns retour: alles OK. Und ab unter Wasser.
Es ist so schön, wenn alle Abläufe auch nach langer Zeit gut funktionieren. Wir sind froh, dass wir es am Beginn gut gelernt und geübt hatten - so macht es auch beim ersten Tauchgang nach langer Zeit wieder Spaß und sobald wir unter Wasser waren, kehrte die Ruhe ein.
Abtauchen im Korallengarten
Wir befanden uns in einem bunten Korallengarten! An unserem erster Tauchtag in der Karibik sahen wir unzählige Fische, Muränen, Korallen und Schnecken, die wir noch nie zuvor gesehen hatten. Und die Kofferfische sind hier nicht viereckig .. die haben ihnen doch glatt eine Ecke gestohlen .. sie sind dreieckig!
Die Sicht war für unser Empfinden nicht ganz optimal - von July erfuhren wir allerdings, dass die Sicht für dieses Gebiet an diesem Tag toll war. Wir mussten also unsere Erwartungen neu justieren. ;-)
July zeigte uns einen Pistolenkrebs (Gun Shrimp), der so schnell auf ihren als Köder genutzten Karabiner schoss, dass es einen hellen "Knall" erzeugte.
Wir alle 3 machten Fotos und Filme mit unterschiedlichen Kameras. July hatte auch Spaß mit uns erfahrenen Tauchern und sie meinte später: nicht nur wir, auch sie hatte zwei "Fun-Dives" an diesem Tag. :-)
Wir nutzten unsere Tauchzeit aus und nach 52 Minuten warteten die anderen Taucher bereits auf uns. Weiter ging es zum nächsten Tauchplatz. Kurze Oberflächenpause - ein kleines Sandwich & Obst - und ab ins Wasser. Nach 57 Minuten waren wir wieder die letzten, die aus dem großen Aquarium ins Boot stiegen.
Ausklang im Pachamama
Hungrig suchten wir nach der Rückkehr in Taganga Pachamama auf und genossen ein weiteres Mal eine Platte mit einem Mix aus Muscheln, frittiertem Tintenfisch und Ceviche und einen genialen Garnelen-Teller. Und auch abends zog es uns zu Burger & Pizza wieder hierher .. einfach bewährt - einfach gut!
Taganga ist ein netter Ort an einer schönen Bucht. Hier gibt es Gott sei Dank noch keine Hochhäuser, wie im benachbarten Santa Marta und es ist sehr gemütlich - auch wenn viele Urlauber unterwegs sind. Wir haben die Tage hier sehr genossen!