Santa Rosa de Cabal

11.01.2026

Campingplatz mit Whirlpool

Von Filandia ging es ein kurzes Stück zurück auf die Panamericana und wir setzten unseren Weg nach Norden fort. Am frühen Nachmittag erreichten wir unser Etappenziel, die Stadt Santa Rosa de Cabal.

Am Stadtrand hatten wir uns in den Campplatz "Lagos de Venecia" eingebucht mit Swimming- und Whirlpool.

Wir fuhren durch die Anlage, wo es ein Restaurant und eine Cafeteria sowie einige Cabanas gibt. Hier befindet sich auch ein kleiner See und davor gibt es Stellplätze. Diese liegen idyllisch zwischen riesigen Bananenpalmen.

Neben der Zufahrtstraße stand schon ein Camper und wir "fädelten" uns ganz nach hinten ein. Der Platz war schön abgelegen und beim rückwärts durchfahren einer Rinne rissen wir uns einen Kotschützer aus ... Was soll´s - es war nicht das erste Mal - Reparatur morgen .. ;-)

Eigentlich war für diesen Tag (vor Claudias Geburtstag) grillen angesagt. Nur das Wetter spielte nicht mit: es regnete zuerst leicht und dann kräftig. An ein draußen sitzen und grillen war nicht zu denken.

Wir suchten den Whirlpool auf und mit einigen kubanischen Touristen saßen wir eine Weile im warmen Wasser. Immerhin erwärmten wir uns etwas. Dann zurück ins Kab und Abendessen im Restaurant. Es war leider nicht das "Gelbe vom Ei" ...

Wie geht's weiter?

Der dritte Tag mit mehr oder weniger Dauerregen ab dem frühen Nachmittag hob die Stimmung nicht wirklich. Da Claudias Geburtstag abstand, buchten wir uns in das Thermenhotel Santa Rosa de Cabal ein, um es uns zwei Tage gut gehen zu lassen!

La Niña lässt grüßen

Kolumbien liegt zur Gänze in den tropischen Breiten. Dass es hier regnet, war uns klar. Aber der Jänner ist normalerweise ein trockener Monat und die beste Reisezeit. Wie wir dann von Einheimischen erfuhren, ist der viele Regen nicht normal. So viel Regen um diese Zeit ist außergewöhnlich und wir hörten öfter die Aussage: "Es ist ein La Niña Jahr."

Das Phänomen El Niño kennen wir bereits aus unserer Zeit in Ecuador. Es beschreibt eine ungewöhnliche Erwärmung der Meeresoberfläche und deren Auswirkung auf das Klima. La Niña, das Mädchen, ist der Gegenpol. Es bezeichnet eine ungewöhnliche Kältephase.

Termales Santa Rosa de Cabal & Birthday

An Claudias Geburtstag buchten wir uns in das Thermalhotel Santa Rosa de Cabal ein.

Wir waren sehr gespannt, was uns hier erwarten würde. Der Empfang war schon mal sehr ansprechend: Ein Schranken mit Wachpersonal an der Einfahrt - somit würde Baghira schön geschützt stehen - und nettes und bemühtes Personal. Und von dem gab es viel - sehr viel sogar.

Schon am Weg zur Rezeption sahen wir die Wasserfälle - ein wunderschönes Panorama!

Einer der Rezeptionisten konnte etwas Englisch und so checkten wir ein und klärten die Details für unsere "Thermalexpedition".

Da unser Zimmer erst ab 15 Uhr zur Verfügung stand, starteten wir mit dem Mittagessen und gingen danach gleich auf Erkundungstour zu den Thermalbecken. Zwei der Becken wurden von warmen Wasserfällen gespeist. Daneben gab es kalte Wasserfälle zum Abkühlen und auch Duschen - einfach genial! Als Draufgabe wurden unsere Cocktails an den Pool serviert.

Endlich warm!

Von unserem Zimmer im "Mountainresort" blickten wir auf den Hauptpool und die Wasserfälle. Wir hatten sogar eine Klimaanlage im Zimmer mit der wir auch heizen konnten. Wie cool war das!

Es war hier im Tal nicht wirklich warm - außer im Thermenbecken natürlich ;-)

Birthday Dinner einmal anders

Als wir zum Abendessen kamen, war gerade noch ein kleiner Zweiertisch hinter eine Säule frei. Na ja – das reicht ja für uns!

Zur Auswahl standen die gleichen vier Gerichte wie mittags. Macht ja nichts - dann nehmen wir halt die anderen beiden, die wir noch nicht probiert hatten. Und dazu bitte eine Flasche Rotwein. Das war für unseren (sehr bemühten) Kellner schon eine Herausforderung. Er brachte die Weinkarte - einen Malbec bitte - den gibt es leider nicht mehr. OK - welche gibt es denn noch? Na, dann nehmen wir eben einen davon .. sehr gut .. und unser Kellner verschwand und wir warteten und beobachteten.

In der Ruhe liegt die Kraft

Das Tempo der Menschen hier in Kolumbien erleben wir generell als eher langsam. Ob das auf der Straße die Autofahrer oder Straßenarbeiter sind, oder auch die Angestellten im Supermarkt. Alles braucht seine Weile. Lediglich die Motorad- und Mopedfahrer haben es meistens eilig.

Wir beobachteten den Kellner hinter der Bar, wie er unsere Bestellung fertigmachte. Der Wein fand seinen Weg vom Regal auf die Bar. Dort stand er erstmal, während der Kellner noch irgendwo herumlief. Dann kam er wieder, schnappte sich die Weinflasche, ging wieder hinter die Bar und stellt sie wieder auf die (fast) gleiche Stelle an der Bar - diesmal jedoch auf ein Tablett. Na bitte - geht ja! Fehlen noch die Gläser.

Nach ein bisschen plaudern mit einem Kollegen der Griff nach dem ersten Weinglas - es wurde begutachtet und dann nach einem Tuch gesucht. Als dieses gefunden war, wurde das Glas poliert - davor, dazwischen und danach immer wieder Gespräche mit den Kollegen. Als es als sauber empfunden wurde, kam es auf das Tablett. Fehlte noch ein zweites Weinglas - genau: selbes Prozedere.

Von der Kunst, eine Weinflasche zu öffnen

Irgendwann kam dann der Bar-Kellner zu unserem Tisch mit dem gründlich vorbereiteten Tablett und öffnete die Weinflasche unter dem neugierigen Blick unseres Tisch-Kellners, der sehr aufmerksam zusah. Scheinbar wollte er erfahren, wie dies zu geschehen hat.

Und dann konnten wir endlich unseren Wein genießen und auf das Essen warten.

Zum Abschluss des Abendessens gab es einen cumple años (Geburtstags-)Kuchen. Sooo schön! Claudia sagte: Danke mein Schatz! Und noch ein größeres DANKE, als Claudia die Vorgeschichte erfuhr!

Kundenorientierung auf kolumbianisch

Gottfried hatte bereits am Vormittag bei unserem Rezeptionisten gebeten, dass wir zum Abendessen einen schönen Tisch sowie einen Geburtstagskuchen bekommen. Diese Bestellung ging aber sichtlich am Weg zum Servicepersonal verloren. An unserem kleinen Tisch hinter der Säule musste er den Kuchen nochmal urgieren.

Tja - mit dem Service darf sich dieses Hotel nicht rühmen, dafür war es sonst sehr gemütlich und hatte Unterhaltungswert!

Morgenspaziergang zu den Thermen

Am nächsten Morgen besuchten wir gleich in der Früh die öffentlichen Termales de Santa Rosa, die etwas mehr als einen Kilometer die Straße zurück lagen. Mit unseren Bademänteln bekleidet spazierten wir an den Straßenarbeitern vorbei .. so viele Hotelgäste werden das wohl nicht machen, so wie sie uns angesehen haben.

Auch diese Anlage ist sehr schön angelegt und mit dem Blick auf einen weiteren wunderschönen Wasserfall genossen wir die Thermalbecken mit ein paar wenigen Gästen vor dem Frühstück. Gut, dass wir so früh aufstanden, denn im Laufe des Tages wird es hier in der Ferienzeit & an Wochenenden immer sehr voll.

Expedición Termal

Um 13 Uhr fanden wir uns am Treffpunkt für die "Expedición Termal" ein. Es waren bereits sechs weitere Gäste anwesend - alles Kolumbianer.

Unsere Guidin, Lina, stattete uns einen nach dem anderen (immer schön der Reihe nach) mit Stiefel, Klettergurt und Klettersteigset sowie Helm und Handschuhe aus. Nach ca. 40 Minuten waren wir alle ausgerüstet und bereit für die Wanderung.

Wir wanderten im gerade einsetzenden Regen zum Hotel und von dort einen Wanderweg hinauf. Spannend war gleich mal ein Weg aus losen Steinplatten mit ziemlich großen Lücken, durch die man in die Tiefe sah. Während der Wanderung hielten wir immer wieder an und erhielten Informationen zur Umgebung und der Historie des Ortes.

Auf zum Klettersteig

Nach ein paar Fotos bei Wasserfällen war es dann so weit: die ersten Steilstufen mussten überwunden werden: zuerst eher einfache Steigungen, die mit Seilen versichert waren. Entlang dieser Seile stiegen wir über teils rutschigen Waldboden nach oben - gefolgt von Passagen, in welchen wir unsere Klettersteigsets nutzten und zuletzt noch eine Steilstufe, die wir mit Steigklemme bewältigten.

Für uns erfahrene Bergsteiger war das zwar ebenfalls herausfordernd, da man in dem Gelände sehr aufpassen muss, aber wir waren es ja gewohnt. Für unsere Begleiter aus Kolumbien war es allerdings neu und so brauchte alles seine Weile. Lina erklärte geduldig immer wieder worauf geachtet werden soll und war extrem achtsam. Nach fast zwei Stunden waren wir dann bei der ersten Thermalquelle angelangt.

Thermalwasser ist nicht gleich Thermalwasser

Hier erfuhren wir von dem Unterschied des Thermalwassers, das mit Magma in Berührung kommt und dem Wasser, welches über Gesteinsschichten über dem Magma erhitzt wird. Dieses riecht nämlich nicht und ist sehr klar - genau wie das Wasser, welches es hier in Santa Rosa de Cabal gibt.

Vorbei an weiteren Quellen und an den ursprünglichen Thermalpools, die der Besitzer und Gründer der Anlage früher gemeinsam mit Familie und Freunden nutzte, ging es wieder zurück zum Hotel. Immer wieder hatten wir wunderschöne Ausblicke auf die Wasserfälle der Umgebung - insgesamt eine interessante und schöne Wanderung!

Nun hatten wir uns das späte Mittagessen verdient! Danach noch die Thermalbecken nutzen und etwas später zum Abendessen. Diesmal ging es doch auch etwas schneller und wir fielen wieder müde ins Bett.

Es war sehr schön, anlässlich des Geburtstags zwei gemütliche Urlaubstage einzubauen. Die Thermen sind landschaftlich sehr schön und jedenfalls einen Besuch wert! 

Share