Isla San Andrés

Ein letzter Sonnenaufgang auf der Posada Sunrise View
Unsere Gastgebein Keo hatte uns für den Transfer zum Flughafen ein Taxi organisiert. Vorher nahmen wir noch das Frühstück zu uns und hörten noch einmal die obligatorische Frage: "How do you want your eggs today?" Die Frühstücksoptionen waren ein wenig eingeschränkt, aber wir hatten ja ein großes Appartement und sie hatte uns das Frühstück aufgrund unseres langen Aufenthaltes gratis dazu gegeben. Unter dem Motto "einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul" war es ok für uns.
Die Fahrt zum Flughafen war gleich erledigt, wir wohnten ja quasi auf der verlängerten Landebahn und der Check-in der 40 Leute war auch gleich durch. Der Flug war pünktlich - bei drei Starts und Landungen am Tag auch keine wirkliche Kunst - und nach 20 Minuten landeten wir für unseren zweiten Aufenthalt auf der Isla San Andrés.
Hier in der Ankunftshalle die obligatorische Menschenschlange - super. Aber diesmal wurden wir, da wir ja von einer Insel des Archipels kamen, links vorbei geschleust. So waren wir sehr schnell durch die Passkontrolle. Dafür mussten wir, nachdem wir unser Gepäck geholt hatten, in der Schlange vor dem Gepäcks-Scanner warten. Aber wenn wir in Südamerika eines gelernt haben, dann geduldiges Warten - es hilft eh nix .. ;-)
Überbuchtes Hotel & Seegras-Strand
Mit dem Taxi ging es dann zu unserem Hotel, wo wir nett empfangen wurden. Unser aufbewahrtes Gepäck bekamen wir auch gleich ausgefolgt und nach Bezahlung des Restbetrages die "gute Nachricht", das Hotel ist überbucht - wir bekommen aber ein Zimmer im Hotel Reina del Mar, dem Partnerhotel der gleichen Kette. Da wir das Hotel bereits von unserem letzten Strandbesuch kannten, freuten wir uns sehr darüber. Unser Zimmer war zwar viel kleiner, aber dafür direkt am Strand – perfekt!
Den Nachmittag verbrachten wir chillend am Strand. La Niña hatte hier auch "gewütet". Aufgrund des Wetterphänomens gibt es im Land deutlich mehr Niederschlag (auch in der Trockenzeit) und extrem viel Wind. Und dieser bringt das sich vom Grund lösende Seegras an die Küste. War vor zwei Wochen noch wenig Seegras im Strandbereich, so war der Strand jetzt übervoll damit. Auf Google sahen wir ein Foto vom Strand vor zwei Monaten, ein weißer Traumstrand, nun lag hier auf einer Breite von ca. 4 Metern in der Brandung das Seegras.
Nach einem Cocktail spazierten wir den Strand entlang und wateten bzw. schwammen zu einer vorgelagerten Insel. Bei Rocky Cay, so heißt die Mini-Insel, schnorchelten wir zum Wrack Naufragio, das gut 100 m entfernt auf Grund gelaufen ist, zu zwei Drittel aus dem Meer ragt und vor sich dahin rostet. Auf dem Weg war relativ viel Strömung und auch viele Wellen. Waren zur Insel noch viele Leute unterwegs, so waren wir bei Wrack ganz alleine.
Das Schnorcheln war nett, zumal das Wasser nicht sehr tief war (logisch - sonst wäre das Schiff nicht gestrandet. ;-) Wir sahen zahlreiche Fische unter anderem Papageifische, einen großen Stachelrochen sowie eine kleine Muräne, die sich im knapp einen Meter tiefen Wasser unter einem Korallenblock versteckte.
Inselrunde auf San Andrés
Am nächsten Tag mieteten wir uns einen Roller und machten eine Inselrunde. Das Moped konnten wir mit Empfehlung vom Hotel gleich vor der Tür abholen. Wir übermittelten den Führerschein per WhatsApp, suchten den Roller aus, bezahlten und schon ging es los!
.. Genau einen Kilometer bis zur Polizeikontrolle. Die Papiere wurden verlangt. Hmm .. wir haben nichts bekommen. Der Polizist forderte uns freundlich auf, abzusteigen - okay. Er öffnete das Helmfach und entnahm daraus die Papiere, quasi Selbstbedienung - eh alles da. ;-)
Irgendwie peinlich, aber wir hatten uns halt an Südamerika angepasst. Zum Rollerfahren brauchen wir einen Roller, Schlüssel, Benzin - und sonst nichts. War zumindest auf Isla Providencia so. ;-)
Der Wind war relativ stark und es regnet auch immer wieder mal. Den Einfluss von la Niña konnten wir auf der ganzen Insel sehen. Die Strände auf der Westseite sind felsig. Aufgrund der hohen Wellen war das Schwimmen hier aktuell nicht möglich und die Strände waren mit Seegras bedeckt. Hier auf San Andrés gibt es extrem viele Touristen und es war Hauptsaison. Wir vermuten, viele hatten sich die (Traum)Insel anders vorgestellt. Wir waren froh, tatsächlich den Flug auf Providencia organisiert zu haben – der South West Beach war ja wirklich ein Traumstrand!
Lizzards in der Laguna Big Pond
Wir besuchten auch noch die Mitte der Insel. Dort gibt es eine kleine Süßwasserlagune, die "Laguna Big Pond". Diese umrundeten wir mit einer Guidin. Hier gab es auch ein paar Kaimane. Unsere Guidin imitierte die Lockrufe einer Kaiman-Mutter und sie kamen tatsächlich aus dem Wasser, obwohl sie schon erwachsen waren!
Der Ex-Bürgermeister hat vor ca. 40 Jahren kleine Lizzards (Eidechsen) auf die Insel gebracht. Wie es sich dann herausstellte, waren es keine Eidechsen, sondern Kaimane. Mangels natürlicher Feinde haben sich diese in der Lagune prächtig vermehrt. Auf die Frage nach deren Feinden erfuhren wir: das regelt sich die Natur von selbst. Die großen Männchen fressen die kleinen Männchen ..
Niederösterreichischer Abend
Am Abend haben wir noch gemeinsam mit einem jungen Pärchen aus Niederösterreich/Wien gegessen und nett geplaudert. Sie waren zwei Wochen in Kolumbien unterwegs und wie immer gab es viele Stories auszutauschen!
Es waren schöne vier Wochen in der Karibik! Das zu diesem Moment unbeständige Wetter inklusive des Zustands der Strände erleichterte den Abschied aber doch ein wenig. ;-)