Yarinacocha - Pucallpa

Bootstour Yarinacocha
Für Samstag hatten wir einen Guide mit Boot zur Erkundung der Laguna de Yarinacocha gebucht. Hier in der Lagune leben Flussdelfine und die wollten wir uns anschauen. Die Lagune selbst wird durch einen Zufluss vom Rio Ucayali gespeist und hat keinen Abfluss. Der Rio Ucayali und der Rio Marañón sind die beiden Quellflüsse des Amazonas.
Unser Guide Juan wartete überpünktlich vor dem Tor und wir hatten nur einige Meter bis zum neu errichteten Hafen. Beim ersten Stopp fing Juan ein paar "Köderfische", die wir später zum Fischen brauchten. Da wir eine Ganztagestour gebucht hatten, gab es zahlreiche Stopps mit kleineren und größeren Highlights.
Zu Besuch bei Indigenen
Als nächstes stand der Besuch des indigenen Ortes San Francisco am Programm. Am Anlegesteg gab es gleich Souvenirs zu kaufen und wir erstanden Armbänder mit der Blüte der Ayahuasca, einer Heilpflanze.
Die Ayahuasca wird von Shamanen genutzt, um ein halluzinogenes Getränk zu erzeugen, welches für Zeremonien genutzt wird. Marli, die peruanische Architektin aus unserem Hostel, hat uns erzählt, dass viele Europäer aufgrund dieses Rituals nach Pucallpa kamen. Nach einer solchen Zeremonie sind die Menschen dann für mehrere Wochen einfach nur glücklich. :-)
Ein paar Tage später trafen wir tatsächlich einen Deutschen, der uns diese Zeremonie herzlichst empfahl .. "peace" .. wir haben es dennoch nicht vor. ;-)
Shamanengesang
Jedenfalls besuchten wir in San Francisco eine Shamanin. Sie erzählte uns einiges über das nationale Kulturgut der "Ayahuasca" – in Spanisch, wodurch wir nicht viel mehr erfuhren, als wir ohnehin bereits wussten. ;-) Sie beglückte uns mit einem langen Gesang, der uns hoffentlich Glück für unsere Reise bringen sollte – jedenfalls betonte unser Guide immer wieder, dass sie eine Heilerin sei.
Tja, ob wir jetzt geheilt sind - von was auch immer - werden wir sehen. Und das alles fast gratis - natürlich gab es Kunsthandwerk zu kaufen und als Dank für die Heilung oder Segnung erstanden wir eine schöne bestickte Tasche zu einem recht hohen Preis .. aber sie ist ja immerhin eine Heilerin ;-)
Fischen in der Lagune
Am nördlichsten Teil der Lagune fuhren wir in den Zufluss hinein, um in einem Seitenarm zu fischen. Bei diesem Stopp holte Claudia gleich zwei Fischleins aus dem Wasser. Gottfried hatte Gück bei einem zweiten Stopp auf der Lagune und fischte einen Piranha aus dem Wasser. Die Fische schenkten wir unserem Guide – wir hatten keine Lust an diesem Abend die kleinen Fischleins zu grillen und Juan freute sich sehr – gemeinsam mit den von ihm gefangenen hatte er ein schönes Mahl.
Delfínes rosadas
Bei der Rückfahrt in die Laguna sahen wir sie dann endlich: die rosa Flussdelfine! Sie tauchen nur kurz zum Atmen auf – daher sahen wir leider nur ihre rosa Rückenflosse. Auf der Weiterfahrt sahen wir auch graue Flussdelfine, die auch aus dem Wasser sprangen.
Wie immer sind Delfine für uns ein ganz besonderes Erlebnis – der Ausflug (und Umweg) in den Dschungel war es somit schon mal wert!
Moskitowanderung
Der nächste Stopp war entbehrlich: Wir wanderten knapp einen Kilometer durch den Dschungel auf der Suche nach einem riesigen Baum. Der Weg wurde dichter und wir kamen trotz Machete unseres Guides nicht mehr durch.
Wir brachen unsere Wanderung also kurz vor dem Ziel ab, da wir von Massen an Moskitos begleitet wurden, denen unser Moskitoschutz egal war.
Oso Perezoso
Zum Schluss gab es noch ein Highlight: eine indigene Familie, in deren Bäumen Faultiere, Oso Perezosos, leben. Ein Familienmitglied führte uns über das Grundstück und erzählte uns einiges über die Tiere – diesmal auch mittels Übersetzer, was den Informationsgehalt für uns drastisch erhöhte. ;-)
Es gab ein circa ein Monat altes Jungtier, das von seiner Mutter verlassen wurde. Es wird jetzt von ihnen aufgezogen und ist entgegen seinen wild lebenden Artgenossen Menschen gewöhnt. Claudia durfte es sogar halten - es war dann auch sehr "anhänglich". ;-)
Es war ein toller Tag und nach über 30 km dahinschippern auf der Lagune und ein paar Wanderungen waren wir recht müde.
Summiteers Reiseerlebnis
Auf dieser Tour wurden bei jedem Stopp Souvenirs angeboten. Von Schmuck über Tongeschirr und -figuren bis hin zu indigener Kleidung.
Ist
es eine Touristen-Abzocken oder eine hilfreiche Unterstützung indigener
Familien?
Manchmal ist es schwer es zu unterscheiden.
Wenn man ablehnt und sie dennoch freundlich und informativ bleiben, wie bei unserem Besuch der Faultierfamilie, kann man sicher sein: Sie sind einfach nur dankbar für jede Unterstützung und wollen uns nicht abzocken!