Peruvian Coast Vibes

14.12.2025

Surfen in Lobitos

Entlang der peruanischen Küste gibt es unzählige Plätze zum Wellensurfen. Wenn wir schon mal hier sind, wollten wir das auch versuchen!

Gottfried fand ein geniales Surfer Camp: Wayra, ein kleines gemütliches Hostel ganz nahe am Strand von Nuevo Lobitos. Hier buchten wir uns für ein paar Tage ein, um einen unserer "Urlaube vom Reisen" zu machen. ;-)

Bei der Anfahrt sahen wir viele Bohrtürme. Hier in der Umgebung von Talara wird Erdöl gefördert und ist somit ein wichtiger Bestandteil der lokalen Wirtschaft.

Overlander Alltag in Talara

Den ersten Tag unseres Kurzurlaubes verbrachten wir mit Erledigungen in Talara, der nächsten größeren Stadt. Ricardo, der Besitzer des Surfcamps Wayra, half uns bei einigen Spezialthemen. Da er selbst auch nach Talara musste, bot er uns sogar an, uns vor Ort zu unterstützen.

So reparierte ein Freund von Ricardo die Autobatterie-Halterung und 15 Minuten später waren wir schon wieder am Weg. Das Ganze um 20 Soles - etwas mehr als 5 Euro - das geht ja!

Während wir im Plaza Vea (einem großen Supermarkt) einkauften, putzten zwei ältere Herren Baghira um 30 Soles. Und die Spezialbatterien für unsere Außenscheinwerfer und Lüfter im Kab erhielten wir auch im Geschäft, welches uns Ricardo empfahl. Es ist einfach genial und wohltuend, wenn man jemanden findet, der sich tatsächlich auskennt!

(In der Vergangenheit sind wir ja bei solchen Empfehlungen sehr oft im Kreis gelaufen - von einer Empfehlung zur nächsten. ;-)

Surfen mit Shain

Am späten Nachmittag machten wir uns dann fertig für die erste Surfstunde. Shain, ebenfalls ein Freund von Ricardo, und ein zweiter junger Surfguide, erklärten uns die Grundbegriffe: Wie liegen wir am Board, wie wird gepaddelt und wie steht man auf.

Zuerst Trockentraining an Land - da zeigte sich schon unsere Ungelenkigkeit. Den hinteren Fuß komplett mit der Sohle aufs Brett stellen .. uhhh .. die Sehen sind doch etwas verkürzt, wie es scheint .. und dann den anderen Fuß unter dem Körper nach vorne bringen .. uje .. das fällt mir, Claudia, aktuell beim Sonnengruß auch schwer. Vielleicht hätten wir doch besser mehr Dehnungs- und Kräftigungsübungen im Vorfeld machen sollen.

Dennoch ging es rasch ins Wasser, als ob es dort besser wäre. ;-)

Aller Anfang ist nass

Die Surfguides schwammen mit uns hinaus und ersetzten für uns das Paddeln. Sie suchten die passende Welle, schoben ordentlich an und dann das Kommando: "Up!"

Dann hieß es aufstehen, wie wir es an Land gelernt hatten .. oder zumindest so ähnlich .. und möglichst lange am Brett bleiben.

Kniend schafften wir es recht rasch, einige Zeit am Brett zu bleiben. Wenn wir Glück hatten, und die Welle genau passend erwischten, dann surften wir sogar eine Weile mit der Welle mit - ein geniales Feeling!

Irgendwann gelang es uns dann tatsächlich auch, stehend bis fast an den Strand zu gleiten. Von locker war natürlich keine Rede - der Stil war wohl eher verkrampft. ;-)

Jedenfalls bestätigte sich alles, was wir von Freunden gehört hatten: es ist echt schwer und braucht viel Übung!

Auch "absteigen" will gelernt sein

Das Wasser ist hier in der Bucht nicht sehr tief. Das ist auf der einen Seite sehr angenehm, da man das Board auch hinausziehen kann und nicht paddeln muss, auf der anderen Seite ist es beim Absteigen vom Board etwas gefährlich. So kam Claudia einmal mit dem linken Bein schlecht am Sandboden auf und spürte einen Stich im Knie.

Uje .. bitte nicht .. ein bisschen ausschütteln und es ging wieder. Wir übten noch ein paar Mal und nach einem weiteren gelungenen Versuch war dann auch Schluss. Wir waren nach ca. 45 Minuten im Wasser glücklich und müde!

Abends merkte Claudia dann leider doch, dass etwas nicht ganz stimmte. Aber es tat immerhin nicht weh und sie konnte auftreten. Mal sehen, wie es sich entwickelt.

Österreicher mit 10 Zehen Taxi

Wir trafen nach langer Zeit wieder mal zwei reisende Österreicher, die seit Oktober in Südamerika unterwegs sind. Sie waren als Backpacker unterwegs – oder mit dem "10 Zehen Taxi" wie sie uns lachend erzählten.

Nachdem wir eine Weile an der Straße geplaudert hatten, entschlossen wir uns, gemeinsam zum Abendessen zu gehen. Geschichten gibt es ja immer genügend auszutauschen!

Check der medizinischen Versorgung in Peru

Am Morgen konnte Claudia dann nicht mehr ordentlich auftreten. Somit wählten wir zuerst mal den ÖAMTC Schutzbrief Notruf und meldeten den Unfall und dann bekamen wir von Ricardo die Adresse des nächsten guten Spitals in Talara.

Naja – die Reiseversicherung und die medizinische Versorgung muss ja doch auch mal gecheckt werden ;-)

Somit fuhren wir ein weiteres Mal in die Stadt. In der Ambulanz waren alle sehr nett. Englisch konnte hier fast niemand - lediglich ein Arzt ein paar Brocken, aber bei den medizinischen Vokabeln blieb er dann doch beim Spanischen. Es ist schon gut, dass es die online Übersetzer gibt!

Effektive Behandlung

Der Ablauf war wie folgt: zuerst zahlen - dann zum Arzt - nach der Begutachtung die erste Empfehlung: ein Ultraschall soll gemacht werden. Ja, ok - der passende Arzt wird angerufen - Ankunft in 10-15 Minuten - zahlen - Ultraschall - und mit dem Befund wieder zurück zu Arzt Nummer 1. Der bestätigte das, was wir vom Ultraschallarzt schon gehört hatten: nichts gebrochen oder gerissen - aber eine Entzündung im Knie. Da haben wir ja nochmal Glück gehabt!

Weitere Empfehlung: ein Traumatologe sollte es sich noch ansehen, um zu entscheiden, wie eine weitere Behandlung aussehen kann. OK - wo finden wir den? Auch er wurde angerufen - zahlen - und ab in den Behandlungsraum. Claudias Bein wurde sicherheitshalber nochmal in alle Richtungen gedreht und die Diagnose: 7 Tage keine Belastung, 5 Tage Entzündungshemmer und zweimal pro Tag Eis auflegen. Na, das klingt ja ganz gut.

Wunsch an das Christkind

Gottfried machte ein Orthopädie-Geschäft ausfindig, in dem wir Krücken erstanden - ziemlich altertümlich, aber was solls: es ist ja hoffentlich wirklich nur für 7 Tage. Jedenfalls wünsche ich, Claudia, mir dieses Jahr zu Weihnachten ein schmerzfreies Knie. :-)

Clase de surf, núermo 2

Am Mittwoch borgte sich Gottfried noch einmal ein Surf Bord aus, um im ruhigen Wasser und am Strand noch ein paar Übungen zu machen. Speziell den richtigen Ablauf des Aufstehens wollte er üben. Vom Liegen in den Stand - und das ziemlich zeitnah - ist mit den "alten Knochen" nicht das Einfachste...

Am Nachmittag nahm er dann nochmal eine Stunde mit Shain. Diesmal bekam er ein größeres Anfängerbord. Die Wellen waren auch etwas höher als beim ersten Versuch.

Mit Shain war noch ein Guide im Wasser, welcher hinten auf dem Bord lag und dieses für die Wellen ausrichtete. Wenn eine passende Welle kam, bekam Gottfried das Kommando zu paddeln. Der Surfguide paddelte mit den Flossen mit und stieß das Bord ab. So konnte es gut Fahrt aufnehmen und es gelang Gottfried, aufzustehen und einige Wellen zu surfen. Voll cool!

Regenerieren mit Blick aufs Meer

Wir verbrachten noch ein paar chillige Tage im Wayra auf der schönen Terrasse mit Blick auf die Surfer Bucht. Claudia konnte ihr Bein hochlagern & kühlen und dabei die Surfer beobachten. Sie nutzte die Zeit auch, um ein paar administrative berufliche Dinge zu erledigen. Wie schön, dies in einer solchen Umgebung machen zu können!

Die Pazifikküste entlang Richtung Norden

Nach fünf Tagen in Lobitos ging es wieder auf Reise. Wir fuhren die Panamericana in Richtung Norden. Unser Surfguide Shain hatte uns erzählt, dass man in nördlicher Richtung an der Küste mit Schildkröten schwimmen kann. Ein Abzweiger in El Nuro wies darauf hin. "Also schauen wir uns das einmal an .."

Im Ort angekommen machten wir eine Erkundungsrunde. Am Beginn des Steges standen ein paar Mitarbeitende, die uns die Optionen erklären: Man kann auf den Steg hinausgehen und die Schildkröten von dort aus beobachten, oder man kann auch mit einem Boot ein Stück hinausfahren und mit ihnen schwimmen. Variante 2 für umgerechnet € 13 für uns beide.

Schnorcheln mit Schildkröten

Also gingen wir zurück zum Auto, zogen die Badeklamotten an, packten Tauchermaske und Schnorchel ein und waren ausgerüstet. Am Steg standen einige Touristen - wir waren jedoch die Einzigen, die zu den Turtles ins Wasser wollten. Claudia, noch auf Krücken unterwegs, wurde ins Boot geholfen. Wir legten vom Steg ab und nach gut 20 Metern machten wir an einer Boje fest.

Während wir ins Wasser stiegen, machte der Bootsfahrer ein scheuerndes Geräusch und warf ein paar Fischstücke ins Meer. Zuerst naschten ein paar kleine Fische dran und dann kam die Schildkröte - ein Riesenteil! Laut Bootsfahrer war sie ca. 200 kg schwer und über 100 Jahre alt. Der Panzer war mit Algen bewachsen und sie war überhaupt nicht kontaktscheu! Wir stießen fast zusammen, sie ließ sich aber entspannt zur Seite drücken - einfach cool.

Es gesellte sich noch eine zweite, etwas Kleinere, dazu. Nach gut einer halben Stunde wurde uns langsam kalt - das Wasser hatte nur 20 Grad - und wir kletterten wieder ins Boot. Die Turtles schwammen um uns herum und wollten uns gar nicht rauslassen! Eh klar: Touris im Wasser = anfüttern mit Leckereien. Touris weg = kein Futter. ;-)

Nach Schnorcheln mit großen Turtles auf Galapagos, mit Bananen aus der Hand fressenden Turtles in Thailand, vielen Sichtungen und Erlebnissen beim Tauchen, war dies auch wieder unglaublich schön - es sind einfach coole, entspannte und einzigartige Tiere.

Mittagspause bei den Surfprofis

Kurz nach El Nuro stoppten wir in Mancora. Dies ist der bekannteste Surf Spot im Norden Perus und deutlich touristischer als Lobitos. Hier aßen wir im ersten Stock eines Lokals direkt am Meer zu Mittag und schauten den "Profis" beim Surfen zu. Genial, was so manche mit ihren Brettern aufführen.

Camping am Meer

Nach einer weiteren Stunde waren wir am Ziel. Nördlich von Acapulco beim Camp Swiss Wassi, direkt am Meer gelegen. Ein kleiner, aber äußerst feiner Campingplatz mit super Standard – eh klar: von Schweizern errichtet. :-)

Wir waren die einzigen Gäste und konnten das kleine Areal komplett allein genießen. Wir badeten im 27 Grad warmen Pazifik und im Pool und chillten in den bereitgestellten Liegen. Wir brachten auch Baghira wieder auf Vordermann und futterten die Reste zusammen – unter anderem ein wunderbares Assado, ein Quadril vom Grill. Dies war der letzte Stopp in Peru. Next Stopp: Ecuador.

Summiteers Reiseinspiration

Surfen hat uns immer schon fasziniert. Wir wussten, dass wir nicht gut trainiert und auch mittlerer Weile leider ziemlich ungelenkig waren, wollten es aber dennoch probieren.

Mit Unterstützung der Surfguides, die den Großteil der Arbeit machen (die passende Welle auswählen – paddeln – im richtigen Moment abstoßen), braucht man sich "nur" auf das Aufstehen und Gleichgewicht halten konzentrieren. Auch das ist nicht einfach, aber erleichtert den Start ungemein. Und es ist wirklich genial, auf der Welle zu surfen – auch wenn es nur ein paar Meter sind.

Wir sind froh, es auch in unserem "höheren Alter" ausprobiert zu haben – ganz nach dem Motto "Man ist nie zu alt!"

Summiteers Reiseempfehlung zum Thema Reiseunfallversicherung

Auf kürzeren Reisen hatten wir schon öfter die Europäische Reiseversicherung. Diese ist allerdings bei derart langen Reisen sehr kostenintensiv.

Wenn man den ÖAMTC Schutzbrief hat, kann man für 3 Monate eine weltweite Zusatzversicherung abschließen. Das war auch mit ein Grund, weshalb wir uns für die 3 mal 3 Monate Reisezeit entschlossen hatten. Wir können sie definitiv empfehlen. Als ich die Befunde eingeschickt hatte, meldete sich sogar nochmal ein Sachbearbeiter per Mail mit einer Empfehlung eines Arztes.

Lediglich die Erstkommunikation war wieder mal spannend, da es leider keine WhatsApp Telefonie mit dem ÖAMTC oder der Versicherung gibt – und Telefonate aus Südamerika sind ja enorm teuer, vor allem weil man sich mittlerer weile leider überall durch die Vorabselektion quälen muss bevor man in die Warteschleife kommt.

Summiteers Reiseempfehlung zum Thema Festnetztelefonie

Wir fanden die App "My Tello", mit der man sehr günstig über ein im voraus bezahltes Paket ins Ausland telefonieren kann. Man braucht allerdings eine sim-Karte, da ein Code per sms gesendet wird. Über unsere peruanische Nummer hat das allerdings sehr gut funktioniert und die Antwortzeit bei Fragen war auch sehr flott.