Kolumbiens Kaffeeregion

10.01.2026

Über die Cordillera Central zu den Wachspalmen

Wir starteten früh in den Tag. Nachdem uns der Regen ins Kab getrieben hatte, waren wir früh schlafen gegangen und daher auch zeitig munter.

Heute hatten wir eine spezielle Straße gewählt, die ich schon seit längerem am Plan hatte, da sie von einigen Overlandern empfohlen wurde: eine Route über die Cordillera Central die an Wachspalmen Wäldern vorbeiführt.

Die Quindio-Wachspalme - palma de cera - gilt als höchste Palmenart der Welt und ist der Nationalbaum Kolumbiens.

Wir fuhren auf der Ruta 40 an Ipaqué vorbei bis Cajamarca und bogen nach dem Ort auf die Straße nach Toche ab. Auf der Piste schlängelten wir uns den Berg hoch. Die steilen Hänge waren großteils bewirtschaftet - bei uns würde man sagen: "Hier binden die Bauern die Erdäpfel (Kartoffel) an, damit sie nicht hinunterrollen." - so steil ist es hier.

Wir fuhren an freundlich grüßenden Einheimischen vorbei immer weiter die Cordillera hinauf, bis wir die ersten Wachspalmen sahen: sie sind riesig!

An einer passenden Stelle machten wir Mittagspause und genossen die Aussicht. Hier trottete auch ein Schwein vorbei - genial.

Über "Stock & Stein" nach Salento

Gegen Ende der Strecke wurde es dann doch noch mühsam. Die Piste war ausgewaschen mit vielen Löchern und wir waren froh, als wir endlich auf den Ort Salento hinunterschauten. Hier wurde es auch zusehends touristischer. Wir begegneten Quadbikes und Reitgruppen, die gerade am Heimweg waren.

Da wir uns Salento ansehen wollten, beschlossen wir einen Stadtcampingplatz anzufahren. Wir entschieden uns für "Guaduales de la Floresta" und fanden uns auf einer Koppel eines Reittouranbieters wieder.

Wir wurden herzlichst empfangen und bekamen einen wunderschönen Platz auf einer Wiese. Als es allerdings zu regnen begann, waren wir über den hohen Steg unserer Crogs dankbar - der Boden konnte das viele Wasser gar nicht mehr aufnehmen, so sehr schüttete es.

Salento bei Nacht

Auf Kochen hatten wir bei dem Wetter keine Lust - so warteten wir ab, bis der Regen etwas nachließ, und spazierten mit Regenschirmen bewaffnet in die Stadt.

Hier war extrem viel los. Es war Samstag und dazu noch Ferienzeit. Auf dem Hauptplatz spielte bereits laute Musik, und die Menschen tummelten sich auf den Straßen.

Wir fanden eine sehr gute Pizzeria, schlenderten nach einem guten Abendessen durch die Stadt und bewunderten die bunte Architektur der Paisa-Kultur. Natürlich bestiegen wir auch den Aussichtspunkt - zum Verdauen gerade richtig!

Müde gingen wir zurück zu unserem Campplatz. Da er etwas tiefer lag als der Hauptplatz, hörte man die Musik natürlich sehr gut bis hierher. Aber das waren wir ja schon gewohnt: ab in die Federn und die "Gute Nacht Musik" genießen. ;-)

Und als gegen 4 Uhr früh die Musik aufhörte, fingen die Hähne an zu krähen. That´s Overlander Life! :-)

Campingerlebnisse

In der Früh packten wir zusammen und siehe da, unter uns auf einer kleinen Wiese hatten sich noch weitere Camper mit Zelt eingefunden. Wir staunten nicht schlecht, als aus zwei Klein-SUVs (Duster) und einem kleinen Zelt nach und nach zwei kolumbianische Familien mit insgesamt acht (!!) Mitgliedern entstiegen. Der Aufbau muss in der Nacht bei Regen erfolgt sein.

Auf nach Filandia

Nach Salento besuchten wir Filandia. Beide Städte sind bunt, liegen in der Kaffeeregion Kolumbiens und sind auch aufgrund der zahlreichen Angebote bei Touristen - und zwar hauptsächlich kolumbianischen - sehr beliebt. Die Kolumbianer fahren gerne zum Partymachen und Einkaufen am Wochenende hierher. Genau wie wir - es war Sonntag.

Der Verkehr nach Filandia war daher recht ausgeprägt. Wir stoppten am Weg bei einer Panaderia, welche Claudia herausgesucht hatte. Hier sollte es sehr gutes Brot geben, sowie ausgezeichnete knusprige Croissants. Und so war es auch! Laut Besitzerin backen sie mit Butter und nicht Margarine, ebenso wird Wert auf die Umwelt gelegt. Es gibt hier kein Wegwerfgeschirr und auch kein Plastik. Das Frühstück war hervorragend!

Gut gestärkt fuhren wir weiter und in Filandia fanden wir in einer Gasse mit Gegenverkehr im Halteverbot einen Platz - mit Gutdünken eines Parksheriffs, denn ein Fahrstreifen wird als Parkspur verwendet. Hier versehen Pensionisten Parkdienst und es wird eine Gebühr eingehoben. Unser Parksheriff passt gut auf Baghira auf ;-)

Paisa-Style

Die Stadt selbst hat viele bunte Häuser und gefühlt in jedem gibt es entweder Lokale oder Geschäfte. In einem Café legte Gottfried einen Stopp ein, während Claudia ein wenig shoppen ging.

Zwei Stunden genossen wir die bunten Häuser, bevor wir unseren Weg fortsetzten. :-)

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