Barú & Islas del Rosario

25.01.2026

Isla Baru - Club Camping Isla Mar

Als wir nach dem Frühstück zusammenpackten, fiel Claudia auf, dass etwas in ihrer Handtasche fehlte .. siedend heiß fiel es ihr ein: wir hatten die kleine Tasche mit den Dokumenten im Safe des Zimmers in der Tauchbasis vergessen!

Claudia schrieb gleich die Tauchbase an und erhielt die Antwort, dass wir sie holen können .. sie selbst wären zwar unterwegs, aber einer der Mitarbeiter wartet auf uns. Wir fuhren also die 30 km zurück nach Taganga - trotzdem mit einem unguten Gefühl, da in dem Täschchen auch einiges an Geld verwahrt war. Am Weg passierten wir eine Polizeikontrolle und .. DANKE DANKE DANKE .. sie hielten uns nicht auf! Das TIP für das Autos war nämlich auch in dem Dokumententascherl.

Als wir wieder in Besitz unserer Dokumente und des Reservegeldes waren, fiel uns ein kleiner Stein vom Herzen. Es wäre zwar alles lösbar gewesen, aber halt mühsam. Und der Umweg von ca. 15 km war überschaubar. Da hatten wir ja nochmal Glück gehabt!

Isla Barú – Playa Blanca

Weiter ging es ca. 250km zur Halbinsel Barú. Dort peilten wir einen von Overlandern empfohlenen Campingplatz direkt am Meer an - Club Camping Isla Mar. Wir deckten uns noch mit frischen Lebensmitteln ein, da es vor Ort laut einigen Berichten kein Restaurant gab.

Auf Barú angekommen steuerten wir den Playa Blanca an. Wir wollten uns den touristischen Strand ansehen und nach Tauchmöglichkeiten fragen. Es war Sonntag und als wir am späten Nachmittag ankamen, strömten uns Menschenmassen entgegen, die gerade den Strand verließen. Es war unheimlich viel los!

Wir bekamen Preisnachlass beim Parken, da wir nur 1 Stunde blieben, und begaben uns an den noch immer gut gefüllten Strand. Auf der Suche nach einem Tauchcenter wurden wir in unterschiedliche Richtungen geschickt. Als wir endlich eines fanden, war es bereits geschlossen.

Wenn man hier in Kolumbien irgendwas sucht, ist man nie alleine. Man wird sofort von einem den herumstehenden Kolumbianern angesprochen. Ein Divecenter Mitarbeiter wurde rausgerufen und der wiederrum rief seinen Chef an und drückte uns sein Handy in die Hand. Wir erhielten die Informationen zu Möglichkeiten und Preisen, die uns relativ teuer erschienen und verabschiedeten uns damit, dass wir uns per Whatsapp melden, sollten wir tauchen gehen wollen.

Club Camping Isla Mar

Weiter ging es zum 4 km entfernen Campingplatz. Bei der Einfahrt vorbei an heruntergekommenen Cabañas fragten wir uns, ob das hier wirklich so toll war. Immerhin verlangten sie mit 50.000 COP pro Person (ca. 12 Euro) um einiges mehr als andere Campplätze. Wie üblich fuhren wir am "Hausmeister-Haus" vorbei und bekamen alle Informationen. Da es im Campingbereich nur eine Außendusche gab, öffneten sie eine Cabaña, in der wir das Badezimmer nutzen konnten. Sozusagen hatten wir somit einen "private bathroom", da wir die einzigen Gäste hier waren, und einen Strand für uns alleine!

Im Sunset legten wir uns mit unserem Sundowner ins 30-31 Grad warme Meer.

Ja - das war´s wert!

Das Abendessen war wieder ein Schmankerl von Travel-Lunch - diesmal Jägertopf mit Pasta - und das war tatsächlich richtig gut! Diese Jäger können schon was. ;-)

Und dann kam´s anders

Als wir gerade den ruhigen Abend am Meer genossen, fuhr ein Auto vor und ein junger Mann kam auf uns zu. Er stellte sich als "Administrator" dieser Location vor. Auf die Frage nach der "Hausmeisterfamilie" meinte er nur: "Die leben hier."

Er ging mit seiner Lady an den Strand und dann kam ein weiteres Auto mit einem weiteren Paar und lauter Musik. :-(

Naja - das kennen wir ja schon. Gottfried schlief dennoch tief und fest und Claudia nutzte die Zeit für die Reisestories und für ein gutes Buch.

P.S.: Die zweite Nacht war dann zweisam – geruhsam – ruhig!

Einfach Urlaub planen

Die Islas del Rosario sind unter den besten Tauchgebieten Kolumbiens angeführt und die Bilder der Inseln mit dem karibikgrünen Meer sahen auch traumhaft aus - also machten wir uns ans Organisieren eines Kurzurlaubs dorthin.

Von der Tauchbasis in Taganga hatten wir eine Empfehlung für das Tauchcenter Aventuras Submarinas und daher fragten wir wie hier üblich per Whatsapp an.

Julian meldete sich auch gleich und gab uns Informationen zum Tauchen und eine Hotelempfehlung. Wir recherchierten noch etwas und beschlossen, es uns einfach zu machen und den Empfehlungen zu folgen.

"EINFACH machen" oder "Einfach MACHEN" !?

Tja – rückblickend betrachtet war es dann leider doch nicht so einfach ..

Wir schickten Julian die genauen Reisedaten und -informationen und fragten ihn auch, wie wir zahlen könnten und wo auf Barú wir Geld wechseln könnten, da wir nicht mehr viele COP (kolumbianische Peso) zur Verfügung hatten.

Nach einem endlos langen Whatsapp Verlauf erfuhren wir, dass es auf dieser touristischen Halbinsel keinen Ort mit Banken oder ATMs gibt. Irgendwie erinnerte mich die Konversation an die "Taxifahrer-Übung", die wir in Kommunikations-Seminaren gerne verwenden: Ich stellte eine Frage und erhielt eine Antwort, die meine Frage nicht beantwortete, da mein Gegenüber meine Frage scheinbar nicht verstand oder ich verstand seine Antwort nicht .. ;-)

Nun ist es scheinbar in Kolumbien üblich, dass alles im Voraus bezahlt wird - per Transfer in bar in COP über Bancolombia Stores, per Direktüberweisung oder per Paypal. Die Online-Möglichkeiten versuchten wir in unterschiedlichsten Varianten - allesamt extrem umständlich und für uns europäische Ausländer mit hohen Spesen verbunden.

Also beschlossen wir, in den Ort Barú zu fahren, uns den Hafen anzusehen, von dem wir wegfahren sollten, einen sicheren Parkplatz für Baghira ausfindig zu machen und den Bancolombia Store aufzusuchen. Auf der Landkarte sah der Ort nicht so klein aus - da wird es wohl auch eine Möglichkeit geben, zu wechseln.

Als wir in den Ort hineinfuhren, ahnten wir schon, dass es nicht so einfach sein würde. Die kleinen Häuser waren heruntergekommen und ab und an gab es kleine Lokale. Touristisch sah es definitiv nicht aus.

Bezahlen auf kolumbianisch

Im Hafen angekommen sprachen wir ein paar der herumsitzenden Kolumbianer an, wo wir parken könnten und wo der Bancolombia Store wäre. Sie waren sehr hilfsbereit und einer von ihnen, Alex, begleitete uns. Die Parkplatzeinfahrt war gleich mal zu niedrig für Baghira. "Das geht sich aus!" meinten die Kolumbianer - leider nicht nach unserem Augenmaß. Kein Problem - es gibt noch einen anderen!

Weiter zum Bancolombia Store - einem kleinen Laden mit Gitter hinter dem sich eine Dame verbarg. "Wir wollen eine Zahlung leisten und in Dollar zahlen." - "Das geht nicht - nur in COP." - "Wo können wir wechseln?" - "Beim Almercen." - Also einem Verkaufsladen.

Gottfried war der ganzen Action gegenüber mittlerweile "müde" und war schon drauf und dran, alles abzusagen - da kam ein Whatsapp von Julian. Er war gerade am Weg mit dem Boot nach Barú und wir könnten ihm das Geld direkt geben. Er nimmt nun doch auch Dollar an.

Na also - geht doch! Wir warteten kolumbianische 20 Minuten (es waren dann eher 40), kauften uns und Alex im ebenfalls vergitterten Laden ein schönes kaltes Cola und konnten den Geldtransfer am Hafen persönlich mit Julian erledigen - zum aktuellen Kurs laut Währungsrechner - also sehr gut!

Wir besprachen nochmal alle Details und Julian versicherte uns, dass er uns helfen würde, auf der Insel Dollar zu wechseln.

Islas del Rosario

Am nächsten Tag verlief alles (fast) nach Plan: Parkplatz am Hafen - Alex war wieder da und wir übergaben ihm unseren Sack Schmutzwäsche, den eine Dame im Ort während unserer Abwesenheit waschen wird (im Checken sind die Kolumbianer Weltmeister) - und dann ab ins Boot zur Isla Marina. Lediglich der Bootsfahrer war ein anderer als erwartet.

Wir wurden zur Tauchschule gebracht und dort empfing uns Johan, unser Tauchguide. Wir checkten unser Equipment, richteten alles für die erste Tauchausfahrt her und gemeinsam mit einem weiteren Gast aus Polen, Philip, fuhren wir hinaus zu den Tauchplätzen. Das Meer war ruhig und wir genossen die Fahrt über das türkisfarbene Wasser.

Abtauchen in Korallengärten

Die Tauchgebiete hier ähneln den Plätzen, die wir in Taganga angefahren sind. Alle Tauchplätze liegen vor den Inseln und sind Korellengärten mit kleineren oder größeren Steilwänden oder ein Canyon, den man entlang tauchen kann. Manchmal gab es eine schöne Strömung, die uns dahintrieb. Überall sieht man viele Korallen - vorwiegend Hartkorallen - und viele Fische! Auch hier waren wieder ein paar "Neue" für uns dabei, die im karibischen Meer heimisch sind. Auch ein Wrack liegt hier und kann betaucht werden.

Luftige Unterkunft – gutes "Gesamtpaket"

Nach unseren ersten zwei Tauchgängen wurden wir ins Hotel in der Nachbarbucht gebracht. Dort empfing uns einer der vielen Mitarbeiter, der etwas Englisch spricht, und zeigte uns unsere Unterkunft: Ein kleines Zimmer mit "luftiger" Türe und Dach, durch die es bei Wind die Blätter hereinwehte.

Naja - viel hatten wir uns ja nicht erwartet. Aber für 90 Euro die Nacht wäre ein eigenes Badezimmer schon nett gewesen. Wir hatten uns diese Unterkunft auch im Internet angesehen - dass es allerdings Gemeinschaftstoilette und Dusche hat, ging aus der Homepage nicht hervor.

Immerhin war die Anlage sehr gepflegt und schön hergerichtet. Morgens wurden alle Blätter zusammengekehrt - nur der Bereich vor unserem Zimmer entging der Aufmerksamkeit der Mitarbeiter .. oder der Aufmerksamkeit der Besitzerin, die ihre Leute sichtlich immer wieder freundlich anwies, ihre Aufgaben zu erledigen.

Auch hier zog sich der kolumbianische Dienstleistungsgedanke durch: kein Schritt zu viel - kein Schritt zu schnell - wenn die Gäste was brauchen, werden sie schon kommen - dann geben wir auch gerne Auskunft oder setzen uns in Bewegung - gemütlich & mit Lächeln.

Die Speisen waren OK. Die Cocktails - wie bisher mehrmals erlebt - maximal mittelmäßig. Und es gibt natürlich preislich den Inselzuschlag.

Wir beschlossen es als dennoch insgesamt gutes "Gesamtpaket" zu sehen - immerhin war das Tauchen verhältnismäßig günstig, da wir 3 Double-Dives zum Preis von 2 bekamen, und durch die Barzahlung ersparten wir uns unnötige Spesen.

Wir genossen die Tauchtage und auch einen Nachttauchgang, bei dem wir Unmengen an Langusten und Krabben sahen - sodass wir richtig Hunger unter Wasser bekamen.

Unbeliebter Dollar

Einzig das Thema mit dem fehlenden COL-Bargeld war noch offen. Julian war in Cartagena und die Whatsapp Kommunikation war träge. Wir warteten halt einfach ab - zahlen mussten wir die Hotelkonsumation ohnehin erst am Ende.

Am letzten Nachmittag wurde Claudia dann doch etwas unrund. Eine weitere Whatsapp Anfrage an Julian hatten den bekannt trägen Verlauf: Frage - Reaktion ohne klare Antwort, dafür Gegenfrage, ob alles OK ist. Nochmalige anders formulierte Frage - weitere Reaktion ohne klare Antwort - dazwischen Ausfall des Wifi - Strom war generell weg im Resort - Frage an die im Schatten chillende Mannschaft - Antwort in Richtung: Nachmittags wird der Strom abgeschaltet (den Grund verstanden wir leider nicht) - Mobilempfang extrem schlecht - und Abends schaffte ich dann endlich einen Whatsapp Call mit Julian, in dem er uns versicherte, dass er am nächsten Morgen die Rechnung mit dem Hotel checkt und uns auch eine Person auf der Insel nennt, die uns Dollar wechseln kann.

Hmm - dann halten wir das mal auf gut österreichisch: "Schau ma mal."

Im Endeffekt konnten wir dann die Hotelrechnung mit Karte begleichen (mit 10% Aufschlag) - aber wechseln wollte niemand. "Der Dollar geht runter." hörten wir mehrmals. Am Währungsrechner sehen wir es zwar nicht, aber man merkt, dass alle verunsichert sind. Dollar sind zurzeit grad nicht beliebt hier.

Abschiedsdrink

Am Tag der Abreise von den Islas del Rosario gingen wir nach dem Frühstück mit unserem Gepäck zur Tauchbasis, um dort noch das Tauchzeug einzupacken. Die Anzüge und die Füßlinge waren noch nicht ganz trocken, so chillten wir auf den Liegen direkt am Meer. Die Rückfahrt nach Baru war für 14 Uhr avisiert.

Gegenüber lag ein Hotel und als Abschluss wollten wir uns noch einen Cocktail gönnen. Also machten wir uns auf den Weg auf einem Pfad durch die Mangroven zur Bar. Als wir die Bestellung aufgaben, meinte der Kellner, er müsse das noch mit der Eigentümerin abklären. OK - was genau?

Er kam zurück und sagte, es wäre kein Problem. Entweder wir nehmen den Cocktail mit oder wenn wir ihn hier trinken, bezahlen wir die "Tagespauschale" von COP 60.000 (ca 14 €) pro Person. Die Hotels hier leben nämlich von den Tagesgästen.

Gut, wir sind ja nicht gierig, aber es gibt auch Grenzen. Wir gingen wieder zurück zu unseren Liegen bei der Tauchbasis (50 m Luftlinie - gleiches Meer) und kauften vorher noch schnell beim Minimarkt unseres Vertrauens eine Flasche Rum. :-)

Pünktlichst kam unser Boot und am Weg zurück fuhren noch ein paar Einheimische mit. In Barú wartete schon Alex auf uns - er war quasi unser "Checker" hier - Parkplatz, Wäscherei etc. Die Wäsche war super gewaschen und roch hervorragend, zwar ein wenig teurer, aber was solls. Seine Tätigkeiten wurden natürlich mit ein wenig "propina" (Trinkgeld) abgegolten.

Overlander Treffen am Club Camping

Das Ende unserer Reise mit Baghira rückte näher. Für die Vorbereitungen hatten wir ein Quartier in der Nähe von Cartagena gebucht – aber bis dahin hatten wir noch ein paar Tage Zeit. Wir fuhren also nochmals zum Club Camping Isla Mar, um die letzten Tage mit Baghira zu genießen.

Diesmal waren wir nicht alleine, es waren mehrere Weltreisende (Schweizer, Deutsche, Kanadier) hier. Zwei Mobile verschiffen mit uns von Cartagena zurück nach Europa.

Am Samstag nach dem Aufstehen wurden wir von einem Vogel begrüßt: sein "Hola!" klingt wie das eines Menschen. :-) Auch zwei riesige Papageien kamen auf Besuch vorbei.

Ein wenig schwimmen, plaudern mit den anderen Overlandern, kochen, essen, was dazu trinken... so kann man den Tag auch "totschlagen".

Der Sonntag war dann leider zur Gänze verregnet und dazu auch noch Wind. Wir saßen zwar lange draußen, windgeschützt im Lee von Baghira unter der Markise. Aber auch hier wurde es irgendwann ungemütlich und wir zogen uns wie die anderen Overlander ins Innere zurück.

Wir nutzten die Zeit, um den Rest unserer Reise zu planen. Wir buchten Flüge nach San Andres und weiter nach Providencia. Laut Einheimischen und auch Touristen die schönsten Karibikinseln Kolumbiens und Providencia der schönste Platz zum Tauchen. Dann buchten wir noch die Hotels für die Inseln und auch schon für Bogotá - fad wurde uns nicht. 

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