von Huaraz ans Meer


Im Rio Santa Tal
Das heutige Ziel war mit Huaraz nur knapp 100 km entfernt. Wir hatten also Zeit, uns am Weg dorthin einiges anzusehen.
Nach einigen Kilometern entlang des Rio Santa fuhren wir von der Hauptstraße nach Osten ab und kamen zu zwei kleinen Lagunen, Matara und Tapara. Wir umrundeten diese und beobachteten einige Wasservögel, die dort mit ihren Jungen schwammen. Auch ein einziger Flamingo war in einer Laguna - der hat wahrscheinlich den "Abflug" in den Sommer verschlafen. ;-)
Besuch bei der Königin der Anden
Zurück auf der Hauptstraße, fuhren wir bei Pachacoto wieder in östliche Richtung zum südlichen Eingang des Huascaran Nationalparks. Nach dem Löhnen der Eintrittsgebühr fuhren wir ins Tal. Hier blühen um diese Zeit angeblich die Riesenbromelien. Sie haben den Beinamen "Königin der Anden" und können bis zu 100 Jahre alt werden. Sie blüht nur einmal, und das bis zu 9 Monate lang – dann stirbt sie ab – natürlich nicht ohne zuvor ein paar Nachkommen hinterlassen zu haben. :-)
Nach einer halben Stunde sahen wir die ersten Pflanzen – und sie sind wirklich imposant! Es wurden dann immer mehr – unsere Angst, sie nicht zu sehen, war definitiv nicht nötig.
Auf dem Weg zum Pastoruri Gletscher
Die Straße schlängelte sich weiter nach oben in Richtung eines Parkplatzes, von dem aus man zu einem Gletscher wandern kann. Da wir schon weit in die Höhe gefahren waren, entschieden wir uns für die Tour. Leider war an einer Brücke kurz vor dem Parkplatz Schluss – sie wurde gerade erneuert und es gab keine Umfahrung.
Wir packten daher unsere Rucksäcke und starteten von ca. 4.750 hm in Richtung Gletscher. Auf der anderen Seite der Brücke stand ein Minibus. Dieser hätte uns gratis zum oberen Parkplatz gebracht. Da wir uns aber bewegen wollten, sagten wir dankend ab.
Nach einer halben Stunde kamen wir zum Parkplatz und von dort führte ein gepflasterter Weg bis zum Aussichtspunkt auf 5.003 hm. Wir brauchten eine gute Stunde, denn ohne richtige Akklimatisierung ist das schon ganz schön hoch und anstrengend. Oben angekommen genossen wir die Aussicht auf den Glacier Pastoruri und mit der Drohne sahen wir dann auch, wie er in eine kleine Lagune hineinreicht.
An der Lagune gibt es auch fossile Relikte im Felsen. Wir sahen die Schautafeln, die Fossilien konnten wir nur erahnen.
Und am Rückweg stoppten wir noch bei einer Felsmalerei, die am Weg lag.
Am Camping über Huaraz
Die Fahrt nach Huaraz zog sich dann auch aufgrund des stärker werdenden Verkehrs. Wir mussten durch die Stadt und dann in Richtung Norden zu einem kleinen Campingplatz. Dieser war auf 3.250 hm und die Besitzerin äußerst nett. Sie freute sich richtig, denn wir waren seit langem die ersten Gäste.
Wiedersehen mit Patrick
Zum Abendessen fuhren wir mit dem Collectivo Bus nach Huaraz und aßen in der Crêperie Patrick sehr gut zu Abend. Das Lokal kannten wir von unseren Besuchen zuvor. Wir waren schon zweimal zum Bergsteigen in Huaraz und die Crêperie ist uns in Erinnerung geblieben. Jetzt leitet sie der Sohn – aber Patrick hilft noch immer tatkräftig mit. :-)
Nach Hause ging es mit dem Taxi und das lustige war, dass der Fahrer über 15 Jahre bei Patrick in der Küche gearbeitet hatte.
Vorbei an den schönen weißen Bergen
Von unserem Campingplatz fuhren wir durch die Stadt und weiter in Richtung Norden durch das Rio Santa Tal vorbei an den wunderschönen hohen weißen Bergen der Cordillera Blanca.
Diesmal sah es anders aus, als die letzten beiden Male, die wir hier verbrachten. Da jetzt Winter bzw. Regenzeit ist, lag um einiges mehr Schnee auf den Bergen als im Sommer. Daher ist dies auch nicht die passende Zeit, die hohen Berge zu besteigen - aber bewundern konnten wir sie umso mehr!
Durch die Entenschlucht
In Caraz hielten wir noch bei einem Supermarkt und dann begann die lange Fahrt durch den Cañon del Pato (übersetzt: Entenschlucht).
Es ist eine Schlucht, durch die eine enge Straße durch unzählige Tunnel führt und ist über den Norden die einzige Verbindung in Richtung Chimbote am Meer.
Die Strecke gefiel uns vor allem am Beginn extrem gut. Die Fahrt durch die Tunnel auf großteils nicht asphaltierter Straße war spektakulär und landschaftlich wunderschön! Wir waren glücklich, dass wir uns für diese Strecke entschieden hatten!
Gegenverkehr im Tunnel
Die Tunnel sind einspurig und unbeleuchtet und einmal mussten wir tatsächlich sehr lange im dunklen Tunnel retour fahren, da ein LKW entgegenkam, der definitiv nicht retour fahren konnte.
Eine endlose Schlagloch-Piste
Der Nachteil dieser Strecke ist, dass sie sehr lange ist und die zweite Hälfte über eine schlechte Straße führt - eine Fahrbahn, die asphaltiert ist und unendlich viele und tiefe Schlaglöcher aufweist. Derart schlechte Straßenverhältnisse hatten wir in ganz Südamerika noch nie!
Gottfried und Baghira fuhren tapfer teils in Schlangenlinien den Löchern ausweichend, teils in möglichst zügigem Tempo darüber hinweg und wenn gar nichts mehr ging, dann eben stark runter bremsen und langsam durch.
Leider gibt es auf dieser Strecke keine guten Möglichkeiten zu übernachten, wodurch wir die gesamte Strecke durchfahren mussten/wollten.
Überraschung an der Brücke
Als wir aus der Schlucht herauskamen, an den Punkt, an dem sich die Straße Richtung Chimbote in südlicher Richtung und Richtung Trujillo in nördlicher Richtung teilt, wurden wir etwas blass. Die Brücke, über die wir eigentlich fahren wollten, sah nicht sehr vertrauenserweckend aus. (siehe Fotos)
Die Entscheidung fiel uns leicht: 50 Kilometer Umweg über die Route Richtung Chimbote und dann in den Norden.
Über die Panam nach Puerto Morin
Leider war genau diese Straße weiterhin eine mühsame Schlagloch-Asphalt-Piste. Als wir endlich auf der Panamericana ankamen, waren wir erleichtert und heilfroh! Nun ging es zügig weiter Richtung Puerto Morin am Meer. Wir kamen kurz nach Sonnenuntergang an und fanden einen passenden Stellplatz am Straßenrand außerhalb des kleinen Hafenörtchens. Nicht besonders schick, aber zweckgemäß und wir schliefen mit dem Rauschen der Wellen hervorragend!
Frühstück am Meer mit Telefonjoker
Am Morgen stellten wir uns an einen etwas schöneren Platz, um gemütlich zu Frühstücken, bevor es weiter Richtung Norden ging. Gottfried reparierte noch die Halterung unserer Autobatterie provisorisch, die sich beim Überfahren eines der Schlaglöcher gelockert hatte. Nachdem auch Kurt, unser Telefonjoker, das Provisorium für OK empfand, fuhren wir beruhigt weiter.
DANKE Kurt für Deine Expertise!!! :-)
Summiteers Reiseerlebnis
Auch wenn wir bisher nur zwei Mal in Huaraz waren, war uns dieser Ort vertraut. Wir hatten dort spannende und intensive Bergerlebnisse auf den 5.000ern und 6.000ern der Umgebung.
> Hier gehts zu den Erlebnissen in Peru 2018.
Ich habe den Eindruck, dass Emotionen, die unter extremen Bedingungen erlebt werden, schneller wiederaufleben. Schön, dass es in unserem Fall so positive Emotionen waren!