Bogotá

25.02.2026

Einchecken mit Hindernissen

Kurz nach Mittag standen wir in der Halle des traditionsreichen Hotels Tequendama, in dem laut Internet auch der Dalai Lama zu Gast war. Wir stellten unser Gepäck ins Storage, da das Zimmer erst ab 15 Uhr bezugsfertig sein sollte, und begaben uns auf Stadtbesichtigung.

Entlang der belebten Straßen spazierten wir ins Zentrum. Bogotá liegt auf 2.600 m und dementsprechend spürten wir die sauerstoffarme Luft. Gemütlich schlenderten wir zum Plaza de Bolívar, dem Hauptplatz mit der Kathedrale, dem Justizpalast, dem Rathaus und dem Parlament.

Nachdem wir den weitläufig abgesperrten Präsidentenpalast umrundet hatten, suchten wir ein Lokal mit Außenbereich. In einer Stadt, in der es das ganze Jahr über fast jeden Tag regnet, wie wir von einem Reiseführer erfuhren, war das gar nicht so einfach. Wir wurden in einer Seitengasse fündig und genossen ein günstiges und gutes Mittagsmenü.

Als wir um 15:30 zum Hotel kamen, war unser Zimmer leider noch immer nicht bezugsfertig. Wir mögen bitte noch 15 Minuten warten, war die Aussage der Rezeptionistin. 30 Minuten später hieß es, es dauert nur noch 20 Minuten .. ach ja .. auch in Kolumbien ticken die Uhren südamerikanisch.

Nach ein paar verärgerten Gesprächen - wir waren müde und hatten uns auf einen entspannten Nachmittag am Zimmer gefreut - erhielten wir einen Kaffee an der Bar und ein Late Checkout am Abreisetag.

Als wir dann mit mehr als zwei Stunden Verzögerung endlich einchecken konnten, fanden wir uns in einem großzügigen schönen Zimmer mit Ausblick auf die Stadt wieder. Das entschädigte für die Wartezeit!

Wanderung auf einen 3.000er

Am nächsten Tag wanderten wir auf den Cerro de Monserrate. Die 600 hm auf den 3.000er brachten uns ganz schön außer Atem, waren wir doch noch nicht entsprechend akklimatisiert. Wir genossen den sonnigen Tag und die Aussicht auf die riesige Stadt mit ihren über 8 Mio. Einwohnern.

Wie der Zufall so will

Hinunter fuhren wir mit der Seilbahn. Die Stufen waren doch sehr hoch und das wollten wir unseren Knien nicht antun. Als wir am Weg in die Stadt waren, liefen wir an 2 jungen Reisenden vorbei. Die kommen uns aber bekannt vor .. Oh, wie genial! Es waren Manuel und Sandra aus Südtirol, die wir in Peru kennengelernt hatten! Wir verabredeten uns zu einem gemeinsamen Abendessen, um unsere Reiseerlebnisse auszutauschen.

Im Stadtteil La Candelaria fanden wir am Plaza del Chorro del Quevedo ein Lokal, in dem wir bei einem späten Mittagessen das Treiben am Platz beobachten konnten. Dieser historische Stadtteil ist geprägt von Kolonialhäusern, engen Gassen und netten Lokalen - ideal zum Umherschlendern und Chillen!

Museo del Oro

Wer Bogotá besucht, muss natürlich auch das Museo del Oro, das Goldmuseum, besuchen. Auf mehreren Stockwerken kann man präkolumbische Fundstücke bewundern, wie z.B. das Goldfloss von Eldorado. Die Geschichte dazu erzählte uns der Reiseführer ein paar Tage später auf unserem Ausflug zur Laguna de Guatavita.

Insgesamt waren wir positiv überrascht von dieser großen Stadt und wir genossen die Tage hier - der Sonnenschein trug wahrscheinlich auch dazu bei. :-)

Laguna de Guatavita

Wir buchten eine geführte Tour zur Laguna de Guatavita und der Salzkathedrale von Zipaquirá. In der Früh wurden wir beim Hotel abgeholt und fuhren mit einem schönen, gepflegten Kleinbus etwas über eine Stunde in den Norden nach Sesquilé.

Die Reisegruppe bestand aus einer Kolumbianerin, einer Norwegerin und uns. Wir vier wurden von einem Fahrer und unserem Reiseleiter begleitet - eine kleine feine Runde! In Sesquilé machten wir einen Fotostopp am Hauptplatz mit seiner schönen Kirche, bevor es weiterging zur Laguna de Guatavita.

Die Lagune ist ein kleiner Bergsee auf 3.000 hm und war ein heiliger See der Muisca, einem indigenen Volk. Im Zuge unserer Wanderung rund um die Lagune erzählte uns unser Guide die Legende des Eldorado.

Die Legende des Eldorado

Jeder neue Herrscher der Muisca brachte bei seinem Amtsantritt ein Opfer für den Sonnengott im Bergsee von Guatavita dar.

Zuerst musste eine Prüfung im Zeremonienhaus absolviert werden, die unser Guide sehr lustig schilderte. So musste der zukünftige Herrscher um sich herumtanzenden Damen widerstehen. ;-)

Danach fuhr er mit Goldschmuck behangen mit einem Floß auf den See, in dem er badete und das Gold dem Sonnengott opferte. Auch begleitende Personen warfen Gold und Edelsteine in den See als Opfergaben. Als eines der Beweisstücke für die Legende gilt das Goldfloß von Eldorado, das sich im Museo del Oro in Bogotá befindet.

Hier wachsen auch die Frailejones, Hochgebirgspflanzen im Páramo der Anden, die Wasser aus dem Nebel absorbieren und an den Boden abgeben können.

Shoppingtour in Zipaquirá

In Zipaquirá machten wir Mittagspause und einen Stadtspaziergang. Der Name Zipaquirá hat eine ganz spezielle Bedeutung: Zipa war der Titel des Herrschers der Muisca und Quirá der Titel seiner Hauptfrau.

Da wir noch einige Geburtstagsgeschenke benötigten, fragten wir den Guide um Tipps beim Kauf von Schmuckstücken mit Smaragden, da Kolumbien weltweit führend in der Produktion hochwertiger Smaragde ist.

Er führte uns in ein kleines Geschäft, in dem Claudia fündig wurde. Scherzhaft meinten unsere Reisebegleiter, dass sie nach meinem Einkauf den Shop schließen könnten. ;-)

Auf zur Salzkathedrale

Danach ging es zu unserem Hauptziel: der Catedral de Sal.

Die Salzkathedrale ist eine katholische Kirche im Salzbergwerk von Zipaquirá und liegt 180 m unter der Erde. Sie wurden von Bergleuten und Bildhauern erschaffen und ist heute ein wichtiger Wallfahrtsort und Touristenziel.

Wir erwarteten uns nicht viel .. und waren überwältigt!

Der künstlerisch mit Lichteffekten gestaltete Kreuzweg führt in die große Kathedrale. Ein Audioguide erzählt die Geschichte dieses imposanten Bauwerks. In der Kathedrale selbst fand eine eindrucksvolle Multimedia-Show statt und in einem kleinen Kinosaal schilderte ein 3D Film die Geschichte des Salzbergwerks.

Wir standen staunend am Spiegelsee, dessen Wasser nur sichtbar wird, wenn man darauf bläst, und schlenderten durch die Ausstellungs- und Verkaufsräume.

Die Zeit verging wie im Flug und dankbar blickten wir auf einen wundervollen und interessanten Tag bei traumhaftem Wetter zurück.

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