Durch den Süden Ecuadors nach Baños

23.12.2025

Der Zug über die Teufelsnase

Nach einem guten Kaffee machten wir uns wieder zeitig auf den Weg. Unser Schlafplatz in Cuenca war auf knapp 2.600 hm. Von hier aus fährt man über fruchtbare Hochtäler bis auf 3.500 hm. Die Landschaft ähnelt unseren Almen in Österreich, nur die Kühe grasen auf über 3.000 hm und die Täler sind ob ihrer Fruchtbarkeit auch deutlich mehr verbaut.

Wir legten einen Stopp beim mirador Nariz del Diablo ein, der Teufelsnase. Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit dem Bau einer Eisenbahnlinie begonnen, um die Küste Ecuadors mit dem Hochland zu verbinden. Nähe Alausí befindet dich ein markanter Berg. Um diesen zu überwinden, wurden die Bahngleise im Zick Zack den Berg hinaufgebaut. Auf 12 km wurden so 500 hm überwunden. Erdrutsche zerstörten die Gleise und heute ist nur noch ein kleiner Teil inklusive der Teufelsnase für touristische Zwecke in Betrieb.

Rancho San Andres

Nach dem Abstecher zum Aussichtspunkt setzten wir unsere Fahrt nach Riobamba fort. Hier im Zentrum Ecuadors aßen wir zu Mittag und in einem Supermarkt füllten wir unsere "Lager" wieder auf.

Nördlich von Riobamba im Ort San Andres hatten wir einen Campplatz auf knapp 3.200 hm gefunden - die Rancho San Andres. Hier standen wir ganz allein mit Blick ins Tal und auf den Chimborazo, den mit 6.263 m höchsten Berg Ecuadors. Leider war die Spitze wolkenverhangenen und wir hofften, am nächsten Tag einen Blick auf diesen schönen Berg zu erhaschen.

Blick auf den höchsten Berg der Welt

Und in der Früh zeigte sich "der Chimbo" für kurze Zeit in seiner ganzen Pracht, bevor er sich wieder in die Wolken hüllte. Die Spitze des Chimborazo ist der am weitesten von der Mitte der Erde entfernte Punkt - weiter weg als die Himalaya-Riesen - da dieser Berg direkt am Äquator liegt.

Weihnachten in Baños

Nach einem "gscheiten" Frühstück, an dem auch unser "Follower" mitnaschte, setzten wir am 24. Dezember knapp vor Mittag unseren Weg fort. Zuerst in nördlicher Richtung und kurz vor Ambato bogen wir in östliche Richtung nach Baños ab.

Die Stadt ist bekannt für ihre heißen Quellen, viele Wasserfälle sowie zahlreiche Outdoor-Aktivitäten. Von 3.200 hm bewegten wir uns wieder auf eine angenehme Höhe von 1.800 hm direkt am Fuße des Vulcans Tungurahua. Dieser Vulkan war immer wieder aktiv aber seit einigen Jahren "schläft" er.

Wiedersehen auf der Finca Chamanapamba

Wir hatten uns für Weihnachten ein schönes Quartier in der Nähe von Baños ausgesucht. Wir waren ja schon 2010/11 für einen Monat in Ecuador zum Bergsteigen und hatten damals auch Baños besucht. Claudia meinte, nachdem sie die Bilder gesehen hatte, dass wir damals auch hier genächtigt hatten. Gottfried konnte mich nicht mehr daran erinnern – na dann "schau mal mal" ;-)

Und tatsächlich, als wir in der Finca Chamanapamba ankamen, stöberte Claudia im Gästebuch und siehe da, am 06.01.2011 hatten wir uns dort "verewigt". Zwischenzeitlich hatten die Söhne das Haus übernommen und Oliver, der bei unserem ersten Besuch 20 Jahre alt war, war begeistert.

Wir tauschten ein paar Erinnerungen an damalige Reise aus. Wir erinnerten uns daran, dass wir damals zum Raften zu wenige Personen für das Boot hatten und dass ein paar Jugendliche des Hauses mitfuhren. Da Claudia auch die Fotofestplatte mit dabeihatte, sahen wir die Fotos durch und tatsächlich: Oliver war mit seinen Freunden mit uns am Rafting Boot!

Heiligabend in der Ferne

Den Nachmittag verbrachten wir mit diversen Video-calls mit der Familie. Zu Hause war alles in Ordnung und es wurde Weihnachten "wie immer" gefeiert. Weihnachten in der Ferne ist doch immer etwas Anderes und wir hatten bereits beschlossen, 2026 Weihnachten wieder im Kreise unserer Liebsten zu feiern. :-)

Für den Abend hatten wir das Weihnachtsmenü gebucht. Wir genossen mit zwei deutschen Familien und einer Lady aus Australien Shrimps Cocktail, eine klassische Weihnachtspute und einen von der Seniorchefin gebackenen Weihnachtskuchen - mit guter Weinbegleitung – köstlich!

Mit dem Bike durch das Rio Pastaze Tal

Den nächsten Tag starteten wir mit einem ausgezeichneten Frühstück und in der Sonne Ecuadors führen wir noch ein paar Video calls.

Dann fuhren wir in die City und borgten uns zwei Mountainbikes aus. Mit diesen fuhren wir das Tal entlang des Rio Pastaze in Richtung Osten. Grundsätzlich führt die Strecke auf 15 km bergab, und zwar um die 500 hm, aber auch 150 hm bergauf und der Wind blies uns teils recht kräftig auf die Nase.

Zwischendurch legten wir ein paar Stopps ein, um die zahlreichen Wasserfälle zu fotografieren und um eine Schlucht mit dem Flying Fox zu überqueren. Im Superman-Style ging es hin und retour – einfach immer cool und lustig!

Am Ende der Tour besichtigten wir noch das Highlight der Gegend: Pailon del Diablo, den "Teufelskessel". Es ist ein Wasserfall des Rio Verde, der südlich der gleichnamigen Ortschaft in den Rio Pastaza mündet. Hier ging es zahlreiche Stufen bergab und natürlich wieder bergauf. Spannende Brücken und Aussichtspunkte ganz nah am Wasser. Es waren massig Touristen unterwegs, vorwiegend Einheimische, die sich das auch nicht entgehen lassen wollten.

Zurück fuhren wir dann mit einem Klein-Lkw, welcher auch unsere Räder mitnahm, da wir das "beleidigte Knie" von Claudia nicht überanstrengen wollten.

Recht müde fuhren wir ins Quartier und machten uns frisch. Am Abend besuchten wir eine heilige Messe in Baños - für uns gehört das in der Weihnachtszeit dazu. Die Kirche in Baños ist schön und die Messe war stimmungsvoll. Es wurde viel gesungen und die Einheimischen brachten Figuren vom Jesuskind mit, die der Pfarrer am Ende mit Weihwasser segnete.

Aktive Feiertage in Baños

Da wir uns noch ein paar Sachen in und um Baños anschauen wollten, verlängerten wir noch eine Nacht. Unsere Suite mit der wunderschönen Aussicht auf den Wasserfall war noch frei.

Gottfried buchte noch eine Canyoning Tour beim unserem Haus-Wasserfall. Claudia war dies noch zu heikel mit ihrem Knie und sie entschied, die Tour lieber auszulassen.

Der Guide holte Gottfried nach dem Frühstück ab und da ein Pärchen storniert hatte, war er mit ihm allein. Es war cool, vier Wasserfälle wurden in unterschiedlichen Arten überwunden, mittels Abseilen und Rutschen. Der letzte Wasserfall war überhängend – Gottfried stieß sich nach hinten ab und sauste, vom Guide abgeseilt, gleich einigen Meter "rasant" nach unten - das macht Spaß!

Danach fuhren wir zu einem Aussichtspunkt über Baños, zum Casa del Arbol, und durften dort auf Riesenschaukeln Kindheitserinnerungen wecken. Am Weg retour aßen wir ein herrliches Cordero (Lamm) vom Holzkohlengrill und dann ging es noch in eine Schokoladenmanufaktur. Die Führung war auf Spanisch und die Guidin stellte Gottfried im "Schnellsprechen" in den Schatten. Wir reimten uns dennoch einiges zusammen und genossen die Schokolade-Kostproben! ;-)

Die heißen Bäder von Baños

Natürlich mussten wir auch in eines der Thermalbäder, deren Becken von den Quellen des Vulkans gespeist werden. Wir besuchten das Balneario El Salado, eine kleinere Therme, die vor allem von den Einheimischen besucht wird, mit einigen Becken und warmen und kalten Duschen. Die Becken variierten von 39 Grad abwärts.

Wir plauderten mit einem "abogado", einem Anwalt, und dessen Frau, einer Lehrerin. Basic-spanisch funktioniert nun doch schon für den einfachen Smalltalk!

Summiteers Gedanken auf Reisen

An klassischen "Familientagen", wie Weihnachten oder Geburtstagen, würden wir uns gerne nach Hause beamen.

Die Möglichkeit, jederzeit über eine halbwegs gute Internetverbindung einen Video-Anruf zu tätigen, ist sehr hilfreich und bringt uns unsere Lieben etwas näher.